Budo

Kampfsport oder Kampfkunst – … ist eine Frage des persönlichen Geschmackes.

Doch was ist eigentlich der Unterschied wird sich der eine oder andere fragen?
Versuchen wir es Kurz und Knapp:

Während im Kampfsport der Fokus auf dem reglementierten, sportlichen Wettkampf im Vordergrund steht, befasst sich die Kampfkunst im allgemeinen mit Regeln (sofern man hier von Regeln überhaupt sprechen kann) der Selbstverteidigung, wie auch dem Verhalten in realen, unreglementierten Gefahren- oder Konfliktsituationen.

Im Kampfsport geht es also darum, im Rahmen vorgegebener Regeln zu gewinnen und besser zu sein als der Gegner. Im normalen  Trainingsbetrieb der meisten Kampfsportarten werden keine Waffen verwendet und wenn doch, dann nur Sportwaffen, welche die Verletzungsgefahr verringern oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Sportliche Wettbewerbe im Kampfsport sind in der Regel Zweikämpfe, wobei jedoch auch andere Wettbewerbsformen möglich sind.

Kampfkunst dagegen enthält von jeher all jene Kampftechniken, die zum Ziel haben, einen Gegner zu besiegen. Meistens auch unter der Verwendung von Waffen, auch improvisierten. Darüber hinaus gehören häufig auch andere Blickwinkel dazu, wie beispielsweise die Vermeidung von Konflikten im Vorfeld, die generelle Erhöhung der Beweglichkeit, Kraft, Geschwindigkeit oder Erhöhung der Selbstdisziplin. Im allgemeinen sehen sich viele Kampfkunstsysteme, meist aus dem asiatischen Umfeld, als vollständiges System der Lebensgestaltung oder Vervollkommnung in Verbindung mit dem entsprechendem philosophischem und/oder religiösen Unterbau, wie beispielsweise das japanische Budō. Wettbewerbe sind hier meist keine Zweikämpfe.

Eigentlich kann man sagen, das die Trennung zwischen Kampfkunst und Kampfsport nicht all zu scharf ist. Einige Kampfkünste gibt es auch in Varianten, welche den sportlichen Zweikampf erlauben und fördern (z. B. Karate). In anderen Kampfkünsten hingegen stehen sportliche Einzelwettbewerbe im Vordergrund (z. B. beim modernen Wushu oder Teakwondo), während der Aspekt der Selbstverteidigung und der echte Kampf in den Hintergrund tritt.

Einen einfachen und nicht unumstrittenen Ansatz gibt Ralf Pfeifer in seinem Buch „Mechanik und Struktur der Kampfsportarten – Handbuch für Trainer in Kampfsport und Kampfkunst“.

Kampfkunst Kampfsport
Oberster Grundsatz: „Alles ist erlaubt, es gibt keine Regeln“, erfolgreiche SV-Techniken müssen keinem Regelwerk angepasst werden. Oberster Grundsatz: „Die Sportkämpfer dürfen keine dauerhaften Schäden erleiden“. Der Sportkampf soll auch Spaß machen.
Der Kampf beginnt und wird solange fortgesetzt, bis einer der Gegner aufgibt (oder auch dazu nicht mehr in der Lage ist) oder sich dem Kampf entzieht. Der Kampf wird von einem Dritten (Kampfrichter) entschieden. Es kommt mehr darauf an, den Kampfrichter von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen, als den Gegner zu besiegen. Heimliche Fouls werden daher gerne als Hilfsmittel für den Sieg eingesetzt.
Der Gegner hat immer Recht, wenn die von ihm angewendete Technik erfolgreich war. Der Gegner kann Regelwidrigkeiten begehen, und kann trotz eines Sieges nachträglich disqualifiziert werden.
Wenn einer der Kämpfer überlegen ist, wird er diese Überlegenheit nutzen und bis zum Sieg weiterkämpfen. Wenn einer der Kämpfer in eine überlegene Position gelangt, wird der Kampf in manchen Kampfsportarten unterbrochen und die Kämpfer dürfen wieder eine gleichwertige Ausgangsposition einnehmen.
Der Kampf wird zügig beendet, es gibt keine zweite Chance. Der Kampf wird künstlich verlängert, jeder bekommt immer wieder eine neue Chance. Wer am Anfang schlecht ausgesehen hat, kann hinterher trotzdem Sieger werden.
Wenn das Opfer aufgibt, muss es trotzdem mit weiteren Angriffen rechnen, insbesondere dann, wenn der Angriff Teil eines Verbrechens ist. Wenn ein Kämpfer aufgibt, sorgt der Schiedsrichter für das Ende des Kampfes und den sicheren Rückzug des unterlegenen Kämpfers. Nachschlagen oder treten nach dem Eingreifen des Ringrichters wird geahndet.
Das Technikprogramm umfasst nicht nur zweckmäßige SV-Techniken, sondern es muss auch die Abwehr von Angriffen geübt werden, die in Sportkampfstilen häufig und erfolgreich benutzt werden, da man sich den Gegner nicht aussuchen kann. Das Technikprogramm ist regelorientiert. Es wird nur das geübt, was im Sportkampf auch Erfolg bringt. Es ist nicht nötig, andere Techniken zu üben, da Gegner und Reglement dem Kämpfer vorher bekannt sind.
Weder Gegner noch Austragungsort ist bekannt. Es ist nicht möglich eine individuelle Strategie oder Technik für einen bestimmten Gegner zu erarbeiten. Der Gegner und Austragungsort des Kampfes ist Wochen oder Monate vorher bekannt. Es ist somit möglich, für jeden Gegner individuelle Strategien und Techniken zu erarbeiten, welche innerhalb des jeweiligen Regelwerks erlaubt sind.

Kommt also einfach in einer der Trainings vorbei und macht euch euer eigenes Bild. Informationen dazu findet ihr auf den folgenden Seiten.

 

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