Historisches Fechten

Das ist dy vor red

Junck ritter lere

Got lieb haben frawen Jo ere

So wechst dein ere

Vbe ritterschafft vnd lere

kunst dye dich zyret

vnd In kriegen zu eren hofiret

Ringes guet fesser

Glefen sper swert vnd messer

Mandleich bederben

vnd In anderñ henden verderben

Haw drein vnd hurrt dar

Rausch hin trif oder la farñ

Das yn die weyssen

Hassen dye mann sicht preysen

Dar auff dich fasse

Alle kunst haben leng vnd masse

 

Quelle:https://wiktenauer.com/wiki/Johannes_Liechtenauer

 

Das ist die Vorrede

 

Junger Ritter lerne,

Gott zu lieben, Frauen hoch zu ehren.

So wächst deine Ehre,

übe Ritterschaft und lerne

die Kunst, die dich ziert,

und in Kriegen zu Ehre verhilft.

Im Ringen sei guter Fasser,

Glefe, Speer, Schwert und Messer

manngleich zu beherrschen

Und in anderen Händen verderben.

Hau rein und eil da,

Rausch hin, Treff oder lass es sein.

Das sind die Weisen,

die man preist, die andere hassen.

Das auf dich fasse:

Alle Künste haben Längen und Maße.


Was ist Historisches Fechten?

Europäischer Schwertkampf ist im Grunde nach Kampfkunst mit dem Schwert. Das bedeutet, dass wir hauptsächlich Fechtbücher aus dem Mittelalter interpretieren und rekonstruieren. Deswegen ist es notwendig, dass die Anwendung und Nützlichkeit der einzelnen Techniken im Diskurs erörtert werden. Aufgrund der fehlenden lebendigen Tradition kann sich dieser Sport nur über den Austausch auf Augenhöhe weiterentwickeln.

Aktuell fokusieren wir uns auf die Werke der Fechtmeister Johann Liechtenauer und seiner Schüler sowie auf dem Fechtmeister Joachim Meyer.

Unser Abteil konzentriert sich auf das sogenannte „Bloßfechten“, also den Kampf ohne Rüstung, mit dem langen Schwert. Der Begriff lange Schwert beschreibt Klingen, die mit zwei Händen geführt werden. Je nach Epoche (ca. 14 Jhdt. bis 17 Jhdt.) variiert  die Auffassung des Begriffs mit der Weiterentwicklung des Typus Schwertes.

Das historische Fechten beinhaltet nicht nur das „Bloßfechten“.  Ebenso gehören das Harnischfechten, der Kampf mit dem langen Messer, das Rossfechten, der Kampf mit Schwert und Schild, das Ringen am Schwert sowie der Kampf mit dem Dolch oder Stangenwaffen zum dazu.

Wie wir es auslegen

Intern haben wir uns entschlossen unser Abteil zweigleisig aufzustellen. Einerseits werden wir rein historisch und andererseits Wettkampf orientiert fechten.

Unter rein historisch verstehen wir die Technikanalyse der Fechtbücher, der Darstellung und Nachstellung mittelalterlicher Lebensweise auf Mittelaltermärkten, Burg Wochen und Schlachtfelder sowie dem Harnisch Kampf.

Das Wettkampf orientierten Fechten wird international auch als HEMA bezeichnet. HEMA (Historical European Martial Arts) konzentriert sich im deutschsprachigen Raum auf dem Zweikampf mit dem langen Schwert. Als Turnier Waffe ist die „Schwertfeder“ nach den Maßen Meyers Standard.

Wann und Wo?

Der historischen Fechtabteilung stehen zwei Termine zur Verfügung; und zwar Dienstags und Sonntags.

Dienstags beginnt das Training um 19:30 im Dojo des Henger SV und endet um 21:30.

Sonntags findet das Training von 14:00 bis 17:00 in der Sporthalle des Henger SV statt.

Als Ansprechpartner steht ihnen Joseph Oesterle gerne zur Verfügung.

Joseph Oesterle

            Mobil: 0174 9531348              

E-Mail: oesterle.joseph@gmail.com